Befähigte Person
Fragen und Antworten zur "Befähigten Person"
§ 2 Absatz 6 Betriebssicherheitsverordnung definiert die befähigte Person:
Zur Prüfung "Befähigte Person" ist eine Person, die durch ihre Berufsausbildung, ihre Berufserfahrung und ihre zeitnahe berufliche Tätigkeit über die erforderlichen Kenntnisse zur Prüfung von Arbeitsmitteln verfügt; soweit hinsichtlich der Prüfung von Arbeitsmitteln in den Anhängen 2 und 3 weitergehende Anforderungen festgelegt sind, sind diese zu erfüllen.
§ 2 Absatz 1 Betriebssicherheitsverordnung definiert Arbeitsmittel:
Arbeitsmittel sind Werkzeuge, Geräte, Maschinen oder Anlagen, die für die Arbeit verwendet werden, sowie überwachungsbedürftige Anlagen.
Der Grund zahlreicher Arbeitsunfälle sind beschädigte, funktionseingeschränkte oder nicht fachgerecht gewartete Arbeitsmittel. Als Arbeitsmittel gelten beispielsweise Leitern und Tritte, Regale und Gerüste aber auch Krane und Hubarbeitsbühnen.
Risiken und Gefahren für Mensch und Umwelt, die ihre Ursachen in beschädigten oder unsachgemäß gewarteten Arbeitsmitteln haben, können dank des Einsatzes einer "Befähigten Person" signifikant reduziert werden.
Eine "Befähigte Person" wird vom Arbeitgeber benannt und schriftlich bestellt. Sie verfügt über besondere Fachkenntnisse für die Prüfung von Arbeitsmitteln.
Die Bestellung als "Befähigte Person" erfolgt für klar definierte und abgegrenzte Fachbereiche. Die "Befähigte Person" muss schriftlich für die jeweilig zu prüfenden Arbeitsmittel durch den Arbeitgeber bzw. Betreiber benannt werden.
Allgemeine Voraussetzungen legt die Technische Regel für Betriebssicherheit 1203 fest. Sie definiert, dass nur Fachkräfte zur "Befähigten Person" bestellt werden dürfen, die über
- einschlägige berufliche Ausbildung (Berufsausbildung, Studium),
- Berufserfahrung (mit den betreffenden oder vergleichbaren Arbeitsmitteln) verfügen und
- zeitnah im beruflichen Umfeld der Prüfungen tätig sind.
Die "Befähigte Person" muss nach TRBS 1203 über Kenntnisse zum Stand der Technik hinsichtlich des zu prüfenden Arbeitsmittels und der zu betrachtenden Gefährdungen verfügen und diese aufrechterhalten.
"Befähigte Personen" müssen demnach mit einschlägigen Arbeitsschutz-, Unfallverhütungsvorschriften, Richtlinien und allgemein anerkannten Regeln der Technik soweit vertraut sein, dass sie den arbeitssicheren Zustand bewerten können.
Diese Fachkenntnisse müssen immer aktuell sein und entsprechendes Wissen muss kontinuierlich aufgefrischt werden.
Die Verantwortung dafür, dass die Arbeitsmittel sicher sind, liegt immer beim Arbeitgeber. Die befähigte Person jedoch ist für ihre eigene Prüfarbeit verantwortlich – also dafür, sorgfältig und nach den Regeln zu prüfen.
Wenn eine befähigte Person jedoch fahrlässig oder vorsätzlich einen offensichtlichen Mangel übersieht, kann sie nach zivil- und strafrechtlichen Grundsätzen persönlich für den Schaden haften. Wer die Prüfung gewissenhaft durchführt und schriftlich dokumentiert, ist im Ernstfall auf der sicheren Seite.
Eine feste Gültigkeitsdauer gibt es nicht. Die TRBS 1203 verlangt aber, dass die befähigte Person ihre Kenntnisse zum Stand der Technik dauerhaft aufrechterhält – in der Praxis über regelmäßige Fortbildungen. Die individuell geltenden Fristen können Sie an den jeweiligen Schulungen einsehen. Empfohlen wird in der Regel eine Kenntnisauffrischung alle zwei Jahre.
Weiterbildungen und Fortbildungen für "Befähigte Personen"
Arbeits- & Gesundheitsschutz
Brandschutz & Gebäudetechnik
Technik & Produktion
Befähigte Personen korrekt bestellen
In vielen Unternehmen ist die schriftliche Bestellung von befähigten Personen erforderlich. Mit unseren kostenlosen Musterformularen zur Pflichtenübertragung können Sie Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Befugnisse klar und nachvollziehbar dokumentieren.
Für verschiedene Funktionen – etwa befähigte Person zur Prüfung von Gerüsten, Flurförderzeugen oder Leitern und Tritten – finden Sie geeignete Vorlagen zum direkten Download.